Auswertung des Comenius Regio Projekts und Fazit

Was wurde erreicht?

Eine Projektarbeit bedeutet Erfahrungen sammeln und ein Dazulernen!

Die ständige Frage nach dem europäischen Mehrwert des Projekts war bei allen Hürden, Umstellungen und Anpassungen an unerwartete Entwicklungen die ausschlaggebende Richtschnur. Die Zusammensetzung der Partner sowie das schrittweise Vorgehen nach der Anfangsplanung führten zu vielen Erkenntnissen, die auch bei der Antragstellung nicht unbedingt vorherzusehen waren.

Zu den pragmatischen Erkenntnissen:

a)     eine neue Einrichtung, Ausschilderung und langfristige Pflege eines so langen Radweges ist aus finanziellen, versicherungstechnischen und sicherheitsorientierten Gründen nicht möglich

b)     das Studium bereits existierender Radwege und Reisebeschreibungen führte zu dem Entschluss, diese für die Grundidee des Projekts (didaktisch-historische Schwerpunkte) so weit wie möglich zu nutzen bzw. auf sie zu verweisen

c)     Bei näherer Betrachtung existierender Materialien im Internet und in Druckform konnten diese zielorientiert, hochwertig und ökonomisch zugleich einbezogen werden   

d)    auch weniger sportliche Zielgruppen sollten berücksichtigt werden  und damit rückten die ausgebauten und sicheren Radwege an den Flüssen vorrangig für die didaktischen Ziele in den Focus.      

Von Trier aus gelang dies  über  Ruwer, Nahe, Rhein, Main, Regnitz, Donau, Regen in überwiegend leichterer Streckenführung.  Der weitere Weg bis Prag wurde dann von den Partnern in detaillierter Beschreibung fortgeführt, da der Streckenzugang und die Beschreibung nicht so ausgiebig dargestellt waren wie an oben genannten Flüssen.

Diese Fluss-Etappen sind in den touristischen Beschreibungen, kulinarischen Informationen, Höhenprofilen usw. bereits in vielseitiger Form erfasst, besonders im Internet unter:

http://www.bahntrassenradwege.de/index.php?page=ruwer-hochwald-radweg

http://www.hunsruecktouristik.de/de/hunsrueck-radweg-rw3.aspx

http://www.naheradweg.de/

http://www.gastlandschaften.de/urlaubsthemen/radfahren/radfernwege/rhein-radweg/?gclid=CJa2jI6z3b0CFanjwgodoqMANA

http://www.main360.de/

http://www.fahrrad-tour.de/Mainradweg/UebersichtMainradweg.htm

http://www.regnitzradweg.de/

http://www.donau-radweg.info/

http://www.fahrrad-tour.de/UEBDONAU.htm

http://www.adfc.de/deutschland/alle-routen/67b-regental-radweg/67b-regental-radweg

Somit gerieten die didaktischen Materialien und Methoden in den auch ursprünglich angestrebten Fokus.

Historische Schwerpunktthemen wurden an 17 Stationen entlang der Strecke aufgearbeitet.

Es waren dabei möglichst viele Epochen angestrebt gewesen, um Trennendes und Verbindendes in Europa hervorzuheben.

Das didaktische Material zu einzelnen Stationen kann bei den beteiligten Partnerschulen über eigene Schuladressen (s. Vorwort)  bezogen werden, da es im Vorfeld nicht unbedingt Schülern zugänglich sein soll.

Ratschläge zur Vorgehensweise und didaktisch-/ methodische Empfehlungen:

-         mindestens 4 Monate vor der geplanten Etappe die Gruppe/die Teilnehmer festlegen, Aufgaben verteilen und für die Unterkunft sorgen

-         die Lerngruppe ständig an der Planung beteiligen, (s.o. Projektarbeit der Schüler). Auch dabei können Teilaufgabenbereiche vergeben werden.

-         Sämtliche Planungen von Strecken und Unternehmungen kurz vor Beginn erneut bestätigen lassen; es gibt immer Umleitungen, Sperrungen und Kommunikationsprobleme bei den Reservierungen

-         Sportliche Leistungsfähigkeiten einschätzen. Leichte Etappen auf eher geringe Distanz einplanen (50 km ohne viel Steigungen wie an Flüssen) als Richtwert ansetzen

-         Für versicherungsrechtliche Fragen Vorsorge betreiben, die gesetzlich vorgeschriebene Ausrüstung mitführen und im optimalen Fall einen „Besenwagen“ mitführen, der die Ausfälle aufnimmt

-         Historische Lerninhalte im Unterricht vorbereiten und an den historischen Orten aufsuchen und verfestigen

-         Dem Lehrplan entsprechend die besuchten Orte mit in die Leistungsüberprüfungen einbeziehen (bei unserem Projekt passte Trier in die Stufe 11 des Wirtschaftsgymnasiums und Hinzert/Nürnberg in andere Schulformen bei Besprechung des Nationalsozialismus; die Ebernburg lieferte einen Hintergrund für „Götz von Berlichingen)

-         Gruppenaufgaben als Wettbewerb organisieren (bes. in Tschechien sehr beliebt), so dass bei einer Stadtrallye etwa Schülergruppen Fragen vorbereiten, die die Konkurrenzgruppen beantworten sollen

-         Die Bedeutung der besuchten historischen Orte für das frühere und das heutige Europa einbeziehen  

 

 

Europäischer Mehrwert:

-         Geschichte erfahrbar zu gestalten ist grundsätzlich für jedes historische Thema und für jede gewünschte Etappe innerhalb Europas umsetzbar

-         Jeder Interessierte/Pädagoge kann diese Verknüpfung von Bildung, Historie  und  sportlicher Betätigung für sein Interessensgebiet/in seinem Lehrplan umsetzen

-         Gemeinsame Wurzeln, Krisen und Verbindendes können über aktive und erlebbare Ortserkundungen bildungsorientiert vermittelt werden

-         Alle Schulformen und alle Gruppen erhalten Gelegenheit, mit solchen historisch/didaktisch geprägten Etappen, den Europäischen Gedanken zu internalisieren 

-         Die Beteiligten lernen, das heutige Europa als Ergebnis historischer (Fehl-) Entwicklungen zu begreifen und die außergewöhnlich lange Friedensperiode wertzuschätzen

 

Kompetenzen: a) kognitiv

-         Die Schüler/Innen lernen regionale und entferntere geographische Verhältnisse kennen und einschätzen

-         Verstehen heutiger europäischer Gegebenheiten aus geschichtlicher Gesamtbetrachtung

-         Kenntnis heutiger Sozialer Gegebenheiten in Verbindung mit historischem Wandel auf  der Makro-,Meso- und Mikroebene

 

b) affektiv

-         Erleben schulische Lerninhalte in körperlicher Betätigung und Sinneserfahrungen

-         Selbstständiges Planen und Übernahme von Verantwortung für Projektteilbereiche

-         Erleben gemeinsamer körperlicher Betätigung; Erfolgserlebnisse durch Erreichen gemeinsam gesteckter Ziele

-         Verstehen des Heutigen aus Kenntnis des Vergangenen

-         Einsicht in Notwendigkeit eines friedlichen Miteinanders

-         Toleranz und Verständnis gegenüber anderen Kulturen