Hermeskeil/ Gedenkstätte Hinzert

Ein Barackenlager der Deutschen Arbeitsfront, das 1938 für Arbeiter des Westwalls errichtet worden war, wurde am 16. Oktober 1939 als Polizeihaft- und Erziehungslager eingerichtet. Es war zur disziplinarischen Behandlung und dreiwöchiger Umerziehung von so genannten "Arbeitsscheuen" bestimmt, die zur Arbeit am Westwall oder den Reichsautobahnen zwangsverpflichtet waren. Ein Teil des Lagers trug die Bezeichnung SS-Sonderlager Hinzert; dort wurden Arbeiter eingewiesen, die als rückfällige, notorische "Faulenzer" oder Gewohnheitstrinker länger inhaftiert werden sollten. Weitere Außenlager, die meisten davon erst 1944 errichtet, wurden dem Lager Hinzert organisatorisch unterstellt. Die Häftlinge der annähernd dreißig Außenlager wurden häufig auf Feldflugfeldern eingesetzt, um Landebahnen zu erweitern und Bombentrichter einzuebnen. Am 1. Juli 1940 wurde das Lager durch die Inspektion der Konzentrationslager übernommen, erhielt den Status eines KZ-Hauptlagers und erfüllte seither vielfältige Aufgaben als Wiedereindeutschungs-, Schutzhaft- und Arbeitserziehungslager. Neben Arbeitserziehungs-Häftlingen“ wurden zunehmend politische Gefangene in Hinzert eingeliefert. Ab Mai 1942 wurden vermutlich über 2.000 Nacht- und Nebelgefangene aus Frankreich und den Benelux-Staaten in Hinzert eingeliefert. Vorübergehend waren auch 800 ehemalige französische Fremdenlegionäre deutscher Staatsangehörigkeit untergebracht. Bis zu seiner Räumung 1945 durchliefen das Lager rund 14.000 männliche Häftlinge im Alter zwischen 13 und 80 Jahren. Das Lager war für 560 Häftlinge ausgelegt, aber zeitweilig mit 1.200 bis 1.500 Menschen völlig überfüllt. Belegbar ist eine Anzahl von 321 Toten. Nach Schilderung von Häftlingen muss von einer weit höheren Todeszahl ausgegangen werden. Die französische Militärverwaltung schätzte 1946 die Zahl der im KZ Hinzert zu Tode Gekommenen auf eintausend. Obwohl Hinzert kein Vernichtungslager war und nicht über Tötungsanlagen wie z. B. Gaskammern verfügte, kam es neben den Morden durch das Lagerpersonal zu angeordneten Sonderbehandlungen, u. a. Ende 1941 zur Tötung von 70 sowjetischen Politkommissaren und 1944 von 23 luxemburgischen Widerstandskämpfern. Die Massenmorde geschahen entweder durch Erschießen oder durch Giftspritzen. Die Leichen wurden im Wald hinter dem SS-Sonderlager verscharrt. (Quelle: wikipedia)

 

  • Tipp Sehenswürdigkeiten: Keltischer Ringwall Otzenhausen
  • Nächstes Ziel: Idar-Oberstein/Wildenburg/Altburg, 48km
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  • Idar-Oberstein (48 km)
  • Alternativen zum Rad: Bus bis Birkenfeld-Idar-Oberstein
  • Geschichtlicher Bezug: NS-Zeit