Didaktische Vorüberlegungen und Empfehlungen

Schülerprojekte als Vorbereitung

In vielen Fachschulen wird in Rheinland-Pfalz inzwischen die Erstellung einer etwa 14 seitigen Projektarbeit mit dem Schwerpunkt „Planung eines Ereignisses/Unternehmens“ als Bedingung eines erfolgreichen Abschlusses gefordert. Die Themen sind dabei von den Schülern zu wählen und mit dem Projektlehrer abzusprechen. Von der Planung einer Klassenfahrt, einer Hochzeit, eines Tages der offenen Tür bis hin zur Erstellung einer home-page sind vielerlei Themenstellungen möglich. Die Projektplanung orientiert sich an festgelegten Strukturabschnitten wie sie im Materialienanhang (s.u.) von den Kollegen der Berufsbildenden Schule Wirtschaft Idar-Oberstein Dominik Rudolphy  und Yesim Tasci zusammengefasst wurden.

Handlungsorientierte Aspekte

Der Begriff stammt überwiegend aus der Reform- und Arbeitspädagogik, etwa von Kerschensteiner und Pestalozzi. Das Konzept ist produktions- und aktionsorientiert und lässt sich in den berühmt gewordenen Worten des ganzheitlichen Lernens mit „Kopf, Herz und Hand vielleicht am treffendsten erfassen. Auch in unserem didaktisch-methodischen Ansatz sollen nicht nur Schüler geschichtliche Inhalte aktiv erfahren und erleben. Wie sporetlich der Einsatz sein mag, kann jede Gruppe für sich selbst entscheiden. Vor Ort jedenfalls bieten sich viele Aktionstypen von der Stadtrallye bis zum Lösen von Aufgaben und Erstellen von Texten und Produkten zu historischen Höhepunkten.

Bereits im Vorfeld können oben erwähnte Projektarbeiten das selbstständige und damit motivierte Aneignen von Lerninhalten ermöglichen.

Einen Sonderfall stellen Gedenkstättenbesuche (auch das ist leider passierte „Geschichte“) dar, bei denen die Aufgabenstellungen der ernsten Erinnerung angemessen sein müssen.  Zu berücksichtigen ist besonders die ethische Dimension, aber auch die methodischen, selbst- reflexieven und ortsspezifischen Überlegungen können im Internet bei fast allen pädagogischen Zentren der Länder sowie im wissenschaftlichen Bereich unter dem Stichwort (Gedenkstättenpädagogik) eingesehen bzw. zur Vorbereitung herangezogen werden.

An dieser Stelle weiter in die Tiefe des Themas zu gehen würde das Konzept des Projekts im Umfang und in der Schwerpunktsetzung sprengen, zumal es dazu sehr viele Weiterbildungen, Seminare und Literatur gibt.   

Empfohlenes Vorgehen

Die unmittelbare Erfahrung und aktive Aneignung verschiedener historischer Epochen, Orte     und Personen soll durch regionale und zeitliche Verknüpfungen den Schüler-und Besuchergruppen unter einem verbindenden Obergedanken ermöglicht werden. Diese europäische übergreifende Klammer  liegt ungefähr vor 700 Jahren zwischen dem heutigen Rheinland-Pfalz/Luxemburg und Prag in der Person Karl IV in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts begründet. Auch heute noch gibt es eine intensive Beziehung zwischen Mittelböhmen und Rheinland-Pfalz mit zahlreichen Austausch- und Partnerschaftsaktivitäten.

Was auf dieser geographischen Achse über andere Epochen auch noch erfahrbar ist, ermöglicht ein breit gefächertes historisches Bewusstsein und einen Überblick zur Geschichte der Menschheit in Europa. 

Folgende wesentliche Schritte bildeten im Austausch mit allen Partnern das Gerüst: Einrichtung einer Steuergruppe: Geschichte „erfahrbar“ vermitteln Auswahl prägnanter historischer Ereignisse/Orte mit Jugendherbergen Verbindendes und Trennendes als erlebte Geschichte Handlungsorientierte Vorbereitungen und Durchführungen Projektarbeit als Schüleraktivität  Infrastrukturelle Möglichkeiten für Gruppen Materialsammlung mit Einbeziehung städtischer und touristischer Institutionen.